Lebens·Feuer

Redaktionsstandards

Jede Behauptung hat einen Ursprung.

Diese Seite erklärt, wie unsere Inhalte entstehen, welche Quellen wir akzeptieren und wie wir mit Unsicherheit umgehen. Sie ist Teil des Produkts.

1. Unser Recherche-Prinzip

Jede belastbare Aussage in einem Artikel lässt sich auf eine benannte Quelle zurückführen. Wir recherchieren bevorzugt Primärquellen: die originale Studie statt ihrer Zusammenfassung im Magazin, das offizielle Statistikamt statt eines Blogs, der Gesetzestext statt eines Forenbeitrags.

2. Wie wir Evidenz gewichten

Wie wir Evidenz einordnen
  1. Praxiserfahrung & ExpertenmeinungWertvoll, aber anfällig für Verzerrung
  2. EinzelstudienHinweise, die erst wiederholt werden wollen
  3. Längsschnitt- & BeobachtungsstudienStarke Hinweise, aber keine Kausalität
  4. Randomisierte KontrollstudienDer Goldstandard für Wirkungsfragen
  5. Meta-Analysen & systematische ÜbersichtsarbeitenViele Studien, ein gemeinsames Ergebnis

Oben steht die stärkste Evidenz. Wir nennen im Text immer, wo eine Aussage steht.

Nicht alle Evidenz ist gleich wert. Eine Meta-Analyse fasst viele Studien zusammen und wiegt schwerer als eine einzelne Untersuchung. Laborergebnisse an Studierenden lassen sich nicht automatisch aufs reale Leben übertragen. Wir schreiben deshalb an relevanten Stellen dazu, wie stark ein Befund ist.

3. Unsere vier Evidenz-Stufen

  • Gut belegt: mehrfach repliziert, meta-analytisch gestützt. Wir formulieren dann klar: „Studien zeigen.“
  • Hinweise vorhanden: erste Studien, aber wenig Wiederholung. Wir formulieren vorsichtig und nennen Grenzen.
  • Gemischte Befundlage: Studien widersprechen sich oder hängen stark vom Kontext ab. Wir zeigen beide Seiten.
  • Praxisidee: verbreitet und plausibel, aber kaum untersucht. Wir markieren es als Erfahrungswissen, nicht als Forschungsergebnis.

4. Beispiel für Ehrlichkeit: Wo wir widersprechen

Beliebte Ideen, die wir bewusst anders einordnen als manche Social-Media-Kanäle:

  • Power-Posing: Die berühmte Hormon-Wirkung hielt Replikationsversuchen nicht stand. An Körperhaltung glauben wir eher wegen der Selbstwirkung, nicht der Hormone.
  • Willenskraft wie ein Muskel: Der klassische Ego-Depletion-Effekt fiel in großen Replikationsstudien aus. Systeme schlagen Willenskraft-Diskurse.
  • Pauschale Positive-Affirmationen: Bei niedrigem Selbstwert können sie laut Studien sogar schlechter machen. Wir erklären, was stattdessen wirkt.

5. Update-Politik

Ratgeber werden regelmäßig überprüft; auf jedem Artikel steht sichtbar, wann er zuletzt aktualisiert wurde. Ändern Studienlage oder Zahlen sich, ziehen wir den Inhalt nach und datieren die Änderung.

6. Fehler-Kultur

Fehler passieren; wichtig ist, wie damit umgegangen wird. Wenn du einen findest, melde dich unter hallo@lebens-feuer.de. Bedeutende Korrekturen dokumentieren wir datiert am Ende des jeweiligen Artikels, statt sie unbemerkt zu löschen.

7. Finanzierung

Aktuell: privat finanziert, werbefrei, ohne bezahlte Links oder Sponsoren. Sollte sich das jemals ändern (etwa Buch-Empfehlungen als Affiliate-Links), kennzeichnen wir das transparent und aktualisieren diese Seite, bevor der erste solche Link erscheint.

8. Wer schreibt hier

Die Autorenschaft dokumentieren wir auf unserer Über-uns-Seite. Gesundheitnahe Artikel werden zusätzlich fachlich geprüft, sobald unsere Reviewer-Konstellation final ist; die Prüfung wird dann am Artikel ausgewiesen.

Fragen zu diesen Standards? Schreib uns.